Solaranlage für den Wohnwagen 

Anfang 2020 gab es immer mehr Einschränkungen um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Dennoch wollte ich zumindest ein wenig Urlaub im Wohnwagen machen, es war aber nicht klar ob Campingplätze außer dem Stellplatz noch etwas anbieten dürfen.

Kochen und ggf. Heizen kann ich mit Gas, das Wasser kommt aus einem Tank - aber wie sieht es mit Strom aus? Ohne Strom habe ich kein Licht und auch die Wasserpumpen gehen nicht. Etwas mit einer Solaranlage zu machen wäre die ideale und auch umfreundliche Lösung.

2020: Eigenbau einer Solaranlage

Aber Solarbatterien sind ziemlich teuer und und bieten wenig Leistung. Ich fand zwar ein Gerät dass mir sowohl von Preis als auch Leisung gefallen hätte, aber es war nirgendwo lieferbar. Könnte ich eine Anlage selber bauen, und diese nach meinen Bedürfnissen skalieren?

Bei einem Versender fand ich ein billiges Grundset mit dem ich mir das Prinzip verinnerlichen konnte. Das funktionierte vollkommen problemlos und mit einem Wechselrichter konnte ich auch Geräte mit 230V Bedarf betreiben. Allerdings lieferte die Solarzelle nur wenig Strom und die Batterie war auch bei Sonne schnell leer gesaugt. Also bestellte ich zwei große Solarmodule mit je 150W Leistung - eines für den Wohnwagen und eines um auf dem Balkon zu testen. 

Leider habe ich mich dabei vertan, denn die Module liefern 24V wärend die kleine Anlage nur 12V verarbeiten kann. 

Also brauchte ich einen neuen Laderegler, Wechselrichter und Batterien - aber das kleine Testsystem war eh' nur ein Versuchsaufbau gewesen.

Zunächst funktionierte der Aufbau wenn das das Ganze ziemlich unhandlich und ein wildes Gewühl an Kabeln war. 

Nach ein paar Tagen kam beim Wechselrichter aber keine Leistung mehr an. Ich bin nicht ganz sicher was passiert war, vermutlich ist eine der Batterien kaputt gegangen.

Ich habe das Ganze dann nicht mehr verfolgt weil dann herauskam dass in Kroatien ein ganz normaler Urlaub möglich ist.

2021: Kommerzielle Lösung

Anfang 2021 war die Corona-Lage noch schlimmer als 2020 und ich wollte das Thema wieder angehen. Allerdings sah mein Konto deutlich besser aus als 2020 (Homeoffice spart viel Benzingeld!) so dass ich nach einem kurzen Versuch die Anlage zu reparieren gleich nach einer fertigen Lösung suchte.

Wichtig war mir dass echte Schuko-Steckdosen verbaut sind, viele Geräte haben nur ein paar Löcher was die Gefahr eines Stromschlags oder Kurzschlusses erhöht. 

Bewertung

Tatsächlich fand ich schnell ein ansprechendes Gerät (offiziell heißt es wohl PowerOak AC50s) das auch gerade heruntergesetzt war. Zusätzlich fand ich in einem Test noch einen weiteren Rabattcode (POWEROAK55, probiert ob er noch funktioniert) so dass das Gerät statt 500€ nur noch etwas über 360€ kostete. "Zur Not kannst Du es ja wieder zurück schicken" dachte ich mir und bestellte es.

Der Anschluß des Solarpaneels war dank Adapterkabel total problemlos und ein sonniger Tag reichte aus um die Akkus voll zu machen.Versuche die Batterie leer laufen zu lassen scheiterten meistens an meiner Geduld - ich konnte gar nicht so viel an die Steckdosen hängen um die Akkus einigermaßen schnell zu leeren.

Der Wechselstrom ist laut Werbung und Tests ein echter Sinus-Strom was gut für Geräte wie Laptops ist - manche Geräte erzeugen nur einen minderwertigen Wechselstrom der empfindliche Geräte beschädigen kann.

Die Anzeige zeigt schön wie viel Strom eingeht und abgegeben wird und allgemein war ich sehr zufrieden. 

Das Gerät liefert nur 300W Dauerleistung (kurzfristig 450W), man kann also keine Kaffeemaschinen oder Wasserkocher daran betreiben. Es reicht aber aus um Telefone oder Laptops zu laden, und sogar einige 3D-Drucke erstellte ich mit reinem Solarstrom. Theoretisch müsste es sogar funktionieren meinen Kühlschrank darüber zu betreiben, aber ich fand keine Angaben zu dessen Leistungsaufnahme und habe ihn darum weiterhin am Netz gelassen ;).

Auf Anhieb der einzige Nachteil war dass der farbige Teil des Gehäuses eine Art Gummi ist an der Dreck leicht hängen bleibt.

Im April alles vorbei? Oder: aus eins mach drei.

Allerdings gab es nach wenigen Wochen ein Problem: die Steckdosen lieferten keinen Strom mehr. Es gibt wenig Möglichkeiten etwas am Gerät einzustellen, im Wesentlichen gibt es nur drei Knöpfe um das Gerät und die verschiedenen Ausgänge ein- und auszuschalten. Ich fand sogar eine Option die in der Anleitung nicht erwähnt ist: drückt man die DC und AC-Knöpfe gleichzeitig und hält sie eine Weile kann man den Wechselstrom zwischen 50 und 60 Hertz umschalten.

Auch zu den Sicherungen gibt es keinen Zugang, und das war meine größte Vermutung, nämlich dass eine Sicherung ausgelöst hatte.

Also kontaktierte ich PowerOak und bat um Hilfe wie ich die Steckdosen denn wieder aktivieren könne.

Auf deren Kontaktformular stand dass die Kundenzufriedenheit für sie am Wichtigsten ist. Und, Mann, die haben sich echt angestrengt.

Die Antwort kam nur einen Tag später: "Wir schicken Ihnen ein Ersatzgerät, aber da es sich dabei um eine Rücksendung eines Kunden handelt schicken wir ihnen zur Sicherheit gleich zwei."

Auf meine Frage wer denn die Rücksendekosten für die doch recht schweren Brocken tragen müsse kam die Antwort "behalten Sie einfach alles, es muß nichts zurück geschickt werden".

So habe ich jetzt plötzlich drei von den Dingern - bei einem geht halt die 230V-Versorgung nicht mehr.

Ich hoffe nur dass diese Großzügigkeit nicht bedeutet dass solche Defekte so häufig auftreten dass die Firma sich deswegen genötigt sieht diese Maßnahmen zu ergreifen...

Aber im Moment bin ich nur froh über die unerwartete Menge an Solarstrom den ich nutzen kann.

Ein weiterer Nachtrag:

Eines der Ersatzgerät lässt sich nach einem Ladevorgang nicht mehr einschalten. Das sieht nicht so toll aus.